Ferien, Feiertage und Urlaube – Unsere Regelungen
In den ersten beiden Jahren nach der Trennung erfolgte unsere Kalenderplanung ausschließlich mit Unterstützung des Jugendamts in Form von Mediation. Ohne diese Hilfe war es damals unmöglich, eine Einigung zu finden – selbst mit unserer komplizierten 70/30-Regelung von 2015 bis 2017.
Man könnte meinen, dass es bei einem zweiwöchigen Wechselmodell wenig Streitpotenzial gibt. Doch jedes Jahr am Jahresende entstehen hitzige Diskussionen über die Planung der kommenden zwölf Monate. Der Kindsvater ist ein Excel-Fanatiker und plant alles bis zur Minute genau. Für mich ist das zwar anstrengend in der Kommunikation, aber am Ende hilfreich, um eine verlässliche Struktur zu schaffen.
So läuft die Ferienregelung bei uns ab
- Start ins Jahr:
Wir beginnen das Jahr mit den ersten beiden Januarwochen. Der Elternteil, der das Jahr beginnt, wechselt jedes Jahr – das sorgt für Fairness. Danach folgen wir dem zweiwöchigen Rhythmus, mit Ausnahme der Ferien.
Kurze Ferien (Fasching, Herbst):
Die einwöchigen Ferien werden nicht extra aufgeteilt, sondern fallen so, wie es der Rhythmus vorgibt.
Zweiwöchige Ferien (Ostern, Pfingsten):
Diese teilen wir hälftig auf.
- Der Elternteil, dessen reguläre zwei Wochen gerade enden, hängt die erste Ferienwoche an.
- In der Mitte der Ferien erfolgt der Wechsel, und der andere Elternteil übernimmt die zweite Woche sowie – falls der Rhythmus so fällt – die darauffolgenden zwei Schulwochen.
- Es kommt selten vor, dass die zweiwöchigen Ferien genau in den Rhythmus passen.
Sommerferien:
Die Sommerferien teilen wir in zwei Hälften:
- Ein Elternteil hat die ersten drei Wochen, der andere die letzten drei Wochen.
Matilda ist somit maximal drei Wochen am Stück bei einem Elternteil, was sich für alle Beteiligten als praktikabel erwiesen hat.
Feiertage – unsere Abmachungen
Weihnachten:
Bis vor Kurzem haben wir während der drei Weihnachtsfeiertage hin- und hergewechselt. Da unsere Familien jedoch in Deutschland verstreut leben, wurde das Wegfahren dadurch unmöglich. Deshalb gilt jetzt:
- Weihnachten wird abwechselnd bei einem Elternteil verbracht.
- Der Elternteil, der Weihnachten mit Matilda verbringt, hat sie im darauffolgenden Jahr zu Ostern – und umgekehrt.
Silvester:
Matilda verbringt Silvester bei dem Elternteil, der sie nicht an Weihnachten hatte. Dieser Elternteil startet auch das neue Jahr im zweiwöchigen Rhythmus.
Muttertag und Vatertag:
An diesen Tagen verbringt Matilda die Zeit bei dem jeweiligen Elternteil. Diese Regelung ist jedoch nicht bindend: Sollte einer von uns verhindert sein, entfällt der „Anspruch“ auf den Tag.
Geburtstage – eine besondere Regelung
Geburtstage der Eltern:
An den Geburtstagen verbringt Matilda den Tag mit dem „Geburtstagskind“. Sollte derjenige etwas anderes planen, entfällt diese Regelung.
Matildas Geburtstag:
Diese Regelung ist etwas komplizierter und wurde vom Kindsvater schriftlich festgehalten. Ich zitiere:
„Der Elternteil, bei dem sich Matilda im zweiwöchigen Wechselmodell gerade aufhält, verbringt den Morgen und die Zeit am Geburtstag bis 16 Uhr. Der andere Elternteil übernimmt den Rest des Tages bis zum Beginn der Schule am Folgetag. Ist der Folgetag ein Wochenende, erfolgt die Übergabe bis 10 Uhr.“
In der Praxis sieht es während der Schulzeit so aus:
- Matilda verbringt den Vormittag und den Nachmittag bis 16 Uhr beim Elternteil, bei dem sie gerade ist.
- Danach wechselt sie zum anderen Elternteil, wo sie den Rest des Tages feiert.
- Am nächsten Tag kehrt sie nach der Schule wieder zum Elternteil zurück, bei dem die reguläre Betreuungswoche läuft.
Zusammenfassung – Unsere wichtigsten Punkte
- Zweiwöchiger Rhythmus bleibt die Grundlage: Ferien und Feiertage bringen Ausnahmen, die jedoch klar geregelt sind.
- Fairness bei Ferien: Kurze Ferien folgen dem Rhythmus, längere Ferien werden hälftig geteilt.
- Maximale Flexibilität bei Feiertagen: Die Regelungen zu Weihnachten, Silvester und Ostern schaffen klare Abwechslung und ermöglichen beiden Elternteilen wichtige Zeit mit Matilda.
- Geburtstagsregelung ist klar definiert: Geburtstage der Eltern und des Kindes haben besondere Regeln, die sich als praktikabel erwiesen haben.
Diese Struktur und die Absprachen haben uns geholfen, den Alltag zu entlasten und Streitpotenziale zu minimieren. Rückblickend kann ich sagen: Es ist nicht perfekt, aber praktikabel – und vor allem im Sinne von Matilda.

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