Rezensionsexemplar vom Beltz Verlag
Hallo ihr Lieben von Zwei Welten!
Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, das mich wirklich berührt – und an vielen Stellen tief getroffen – hat:
„Emotional Load – Wege für Mütter aus der Überlastung“ von Susanne Mierau.
Als Mama einer Teenager-Tochter im Wechselmodell kenne ich dieses Gefühl gut:
ständig organisieren, zuhören, vermitteln, präsent sein – und dabei innerlich immer wieder an Grenzen stoßen.
Wir kümmern uns nicht nur um Termine und Rucksäcke, sondern oft auch um das emotionale Gleichgewicht aller. Wir hören zu, puffern ab, vermitteln – zwischen Kindsvater, neuen Partnern, Großeltern, Lehrer:innen … und stehen dabei oft selbst ganz hinten an.
💬 Was bedeutet eigentlich Emotional Load?
Susanne Mierau beschreibt in ihrem Buch ein Thema, das viele von uns spüren, aber selten klar benennen können: die unsichtbare, emotionale Arbeit, die im Familienalltag oft auf den Schultern der Mütter liegt.
Und ja – gerade im Wechselmodell zeigt sich dieser „Emotional Load“ oft ganz besonders deutlich.
Sie zeigt auf, dass es dabei nicht nur um Stress geht, sondern um tief verankerte Muster:
– gesellschaftliche Rollenbilder
– übernommene Verantwortung für alle Gefühle im System
– eigene Prägungen aus der Kindheit
Das alles zusammen ergibt eine Mischung, die still überlastet – und oft übersehen wird.
Warum dieses Buch so wertvoll ist
Ich habe mich an vielen Stellen wiedergefunden – in Gedanken wie:
„Warum bin eigentlich immer ich die, die an alles denkt?“
„Wieso fühle ich mich für jede Stimmung im Haus verantwortlich?“
Susanne Mierau begegnet diesen Fragen mit viel Einfühlungsvermögen, Wissen und praktischen Impulsen. Besonders hilfreich fand ich:
– Kleine Reflexionsübungen nach jedem Kapitel – lebensnah, ehrlich, stärkend
– Einen klaren Blick auf strukturelle Zusammenhänge, ohne in Schuldzuweisungen zu verfallen
– Impulse für Selbstfürsorge, die mehr sind als nur „mach mal ’ne Pause“
– Das Gefühl: Du bist nicht allein – und du darfst dich entlasten
Was bleibt für mich?
Für mich war dieses Buch wie ein Spiegel. Es hat mir geholfen, meinen „emotionalen Rucksack“ überhaupt erst einmal zu sehen – und nicht automatisch weiterzutragen.
Es war tröstlich zu lesen, dass viele Gefühle, die ich lange als „meine Schwäche“ gesehen habe, eigentlich Symptome einer dauerhaften Überlastung sind.
Gerade im Kontext des Wechselmodells, wo Kommunikation oft doppelt läuft und die emotionale Verantwortung sich gefühlt verdoppelt, ist dieses Buch ein echtes Geschenk.
Fazit:
„Emotional Load“ ist kein Wohlfühlbuch – es ist ein ehrliches, tiefgehendes Arbeitsbuch für Mütter, die sich selbst oft zuletzt sehen.
Es schafft Bewusstsein für das, was uns belastet – und zeigt, wie wir beginnen können, wieder mehr für uns selbst da zu sein.
Nicht perfekt, nicht über Nacht – aber mit kleinen, echten Schritten.
Wenn du das Gefühl kennst, emotional auf Reserve zu laufen, dann lies dieses Buch.
Es kann ein Anfang sein.
