Der Narzisst als Ex

Wie die Hölle nach der Trennung weiterschmort

Nach meiner Trennung hat der Kindsvater gegen mich interveniert wo er nur konnte.

Sein verletztes Ego, nachdem ich mich zum zweiten (aber endgültigen Mal) von ihm getrennt hatte, drehte mit ihm durch. Er hatte mich für Dinge beschuldigt, die niemals vorgekommen sind. Er hat den Jugendämtern und Freunden um uns herum immer und immer wieder beweisen wollen, dass er „die bessere Mutter“ von uns beiden ist. Ständig hat er kritisiert, Tagebuch geführt, Telefonate aufgezeichnet und gestalkt. Hat Ämter und Anwälte belogen um: a) mich in ein schlechtes Licht zu rücken und b) seine finanziellen Schäfchen in Sicherheit zu bringen.

Was habe ich gemacht? Ich habe auch Tagebuch geführt und Fotodokumentationen gemacht, wenn er Fehler machte. Konnte ihm sogar die Lügen unter Eid nachweisen. Nur habe ich sie nie aktiv als Waffe vorm JA eingesetzt sondern als Verteidigung. Ich wollte Frieden und er wollte Krieg.

Doch darauf habe ich mich nicht eingelassen. Denn bei allem Streit ging es nie ums Kind. Obwohl er dies immer und immer wieder betonte!

Ich war es leid beweisen zu müssen, dass ich eine gute Mutter bin. Ja, er hat mich „mürbe“ gemacht. Es gab Zeiten, da hätte ich mir gewünscht, ich hätte mich nie getrennt, einfach weil die Zeit danach noch schlimmer war als in der Ehe.

Lange hatte ich versucht mit ihm als Ehemann auszukommen. Es gab eine Trennung in der ich ausgezogen bin und nach seinem Werben und Versprechungen wieder zurück. Hab ihm die gemeinsame Eigentumswohnung ohne Gegenleistung und Abfindung überschrieben. Haben uns einen Paartherapeuten gesucht. Doch es war zu spät. Zuviel zerrüttet. Zuviel kaputt. Es gab nie ein WIR. Es gab immer nur ihn.

Neben ihm war kein Platz. 

Er lies mir mit seiner Enge und Kontrolle keine Luft mehr zum Atmen. In mir kamen Gedanken hoch, dass ich doch eh alles machen konnte und mich anstrengen konnte, es würde ihm nie Recht sein.

Er hatte unsere Beziehung bestimmt und bestimmte nun auch das Leben danach.

Nur um die Kontrolle nicht abgeben zu müssen. Denn das kann ein Narzisst nicht. Ein Mensch mit dieser Persönlichkeitsstruktur braucht das Gefühl alles im Leben im Griff zu haben. Ist sehr sicherheitsorientiert und offeriert nach Außen den perfekten, liebenswerten Menschen. Er umgarnt sein Gegenüber mit Charme und Perfektionismus.

Am Ende der Beziehung dachte ich immer nur, wenn eine Frau seufzerisch aussprach: „Ach, hast du einen tollen Mann.“ – NIMM IHN DIR DOCH – im Himmels willen, du kannst ihn haben!

Und ich hatte keine Kraft mehr, immer und immer wieder, von diesem aalglatten, glänzendem Antlitz „verbrannt“ zu werden.

Ich wollte wegziehen. Meine Tochter schnappen und weit entfernt von ihm und seinen zerstörerischen Einfluss ein neues Leben aufbauen. Zuerst in meine alte Heimat (400km). Doch er lies es nicht zu.

Drohungen mir das Kind wegzunehmen kamen regelmäßig. Emails in denen er mich psychisch vernichten wollte. Ich bekam Angst und bekam eine Wohnung in einer Lage die er anzweifelte und gegen mich und die Gefährdung der Sicherheit um „seine Tochter“ benutzte. Doch wenn ich in dieser überteuerten Stadt leben musste, dann eben so, dass ich meine Tochter noch mit allen Wichtigen wie: Essen, Kleidung und Bildung versorgen konnte. Und so schlimm ist es hier nicht – ist halt nicht der Stadtteil, den sich der Vater leisten kann.

Mein Ex lebt mittlerweile – seit kurz nach der Trennung – mit seiner Next zusammen. Ich mochte sie schon immer – ist sie doch eine nette Arbeitskollegin von ihm.

Einige Zeit später fand ich wie durch Schicksal wieder zu meiner alten Liebe von früher – die leider 800km entfernt wohnt. Wir wollten letztes Jahr dorthin ziehen. Meine Tochter liebt ihren „Bonus Papa“ und wäre dort ebenfalls glücklich geworden. Es ist eine liebevolle Bindung zwischen den beiden vorhanden. Sie sieht ihn ein bisschen wie ihren großen Bruder – denn Papa darf sie ihn nicht mehr nennen, dass hat der Kindsvater verboten.

Mediationen beim Jugendamt waren an der Tagesordnung. Doch das Aufenthaltsbestimmungsrecht unterschrieb der KV nicht. Ich hatte es auch nicht anders erwartet. Er wollte, dass alles so bleibt wie es war. 70/30. Ich den Alltag und die Sorgen und er den Spaß. Die Drohungen kamen wieder. Dieses Mal mit Anwalt.

Müde vom Kampf um meine Freiheit gibt es nun das Wechselmodell. Weshalb ich mich dazu entschlossen habe – lest ihr hier: 5 Goldene Regeln zum Wechselmodell

Er lässt mich mittlerweile in Ruhe. Beruhigt, dass seine Tochter in der Nähe bleibt. Beruhigt, dass ich mich „gefügt“ habe. Beruhigt durch sein neues Glück.

Hat er nun doch das was er wollte? Teilweise! Denn wiederum auch nicht. Er hätte gerne die 70/30 Regelung gelassen. Damit hatte er kaum Verantwortung und doch 100%ige Kontrolle über mich und das Kind.

Nun muss er auch ran. Fifty/Fifty. Wie es in einer gleichberechtigten Beziehung von Anfang an hätte laufen müssen. Keine 50 Stunden Woche mehr im Job. „Was soll ich denn machen? Ich hab ja keine andere Wahl!“

Doch man hat immer die Wahl!

Seine Karriere war ihm immer wichtiger! Wichtiger als sein Kind. Wichtiger als meine Gesundheit! Immer war er das Opfer, dass ja gar nicht anders konnte.

Komisch, dass er es jetzt kann.

Habe ich ihn zum Wechselmodell gezwungen indem ich ihm die Pistole auf die Brust gesetzt habe? 

Vielleicht indirekt. Keiner hat das was er ursprünglich wollte. Es ist ein Kompromiss.

Aus Liebe und Fürsorge zum Kind!

Mit dem Rest muss die Next klarkommen. Ich bin glücklich mit meinem neuen Partner, auch wenn wir uns nur ein paar Tage im Monat sehen.

Trotz finanzieller Schwierigkeiten, die ein Wechselmodell mit sich bringen und hohen Lebenshaltungskosten in einer teuren Stadt als „Single mit Kind“. Ich bin frei – frei von Kontrolle und Fremdbestimmung durch einen narzisstischen Menschen.

Und immer wieder sage ich mir, dass nichts für immer ist. Matilda wird älter und selbständiger. Ich weiß, dass ich nicht auf ewig in dieser Stadt bleiben werde – es auch finanziell nicht kann, wenn sein Unterhalt wegfällt, wenn Matilda 14 Jahre ist. Ich vertraue der Zeit!

 

 

 

Bildquelle:

jeremy-beadle-129624-unsplash
jeremy-beadle-129624-unsplash

Published by

Anne & Matilda

Pseudonym für Mama & Tochter im Wechselmodell.

Eine Antwort auf „Der Narzisst als Ex

  1. Guten Morgen,

    dein Beitrag hat mich geflasht!Es ist sehr Interessant wie du diesem treiben ein Ende gesetzt hast zum Wohle des Kindes. Den Rest muss Sie selbst an Erfahrungen sammeln. Ich bin gespannt was du zukünftig darüber berichten wirst.

    Liebe Grüße
    Tino

    Gefällt 1 Person

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